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Presseberichte
09.11.2010
BZ: Vorstand der Arbeitsagentur will 1-Euro- Arbeit nur noch an Freiwillige vergeben
Ist es wirklich richtig, wenn bei Hartz IV die Jobpflicht fällt?

Jeder sechste Berliner Arbeitslose jobbt derzeit für 1,50 Euro die Stunde. Die meisten der 37 424 sogenannten 1-Euro-Jobber machen dies, weil sie es müssen, auf Anordnung des Jobcenters. Diese Arbeitspflicht könnte nun aber wegfallen.
 
Heinrich Alt, Vorstand der Bundesagentur für Arbeit, hat den massenhaften Einsatz dieser Jobs kritisiert. "Man könnte mit mir darüber reden, aus den 1-Euro-Jobs eine freiwillige Sache zu machen", sagte der Vorstand zur "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". Diese Jobs seien zwar wichtig für Menschen, die dringend eine Aufgabe brauchten.

"Jedoch sollten sie als Mittel zum Zweck und nicht als Zwangsmaßnahme verstanden werden", so Alt. Man müsse sich künftig mehr und vor allem um die schwer vermittelbaren Langzeitarbeitslosen kümmern. Deren heutige Förderung in den Jobcentern mit vielen kurzfristigen Maßnahmen hält der Vorstand nicht mehr für sinnvoll. "Wir müssen weniger machen, das dafür aber länger und wirksamer."

Der Berliner SPD-Wirtschaftsexperte Jörg Stroedter ist gegen diesen Vorschlag. Er sagt: "Bei den 1-Euro-Jobs sollte alles so bleiben, wie es ist."

Berlins Sozial-Senatorin Carola Bluhm (Linke) hingegen würde eine Freiwilligkeit begrüßen. "Ich finde gut, wenn es eine Wahlmöglichkeit gibt. Damit Arbeitslose nicht in kurzfristige Maßnahmen gezwungen werden", sagte Bluhm zur B.Z. "Es ist besser und sinnvoller, Langzeitarbeitslosen langfristige Arbeit zu vermitteln, die ihnen die Chance gibt, auch im ersten Arbeitsmarkt wieder einen Job zu bekommen."

Auch in Bezug auf den Fachkräftemangel sollte man dafür sorgen, dass Langzeitarbeitslosen die Chance auf Qualifizierung gegeben wird.

Der wirtschaftspolitische Sprecher der Berliner CDU-Fraktion, Heiko Melzer, findet es gut "wenn Hartz-IV-Empfängern mit solchen Jobs die Möglichkeit gegeben wird, der Allgemeinheit etwas wiederzugeben."Allerdings sollten sich die Arbeitsagenturen auf ihre Kernaufgabe konzentrieren: "Die Wiedereingliederung der Arbeitslosen in den ersten Arbeitsmarkt."

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